Essen & Wohnen

 

Essen + Wohnen oder warum Dubai doch kein Paradies ist

simpleliving"Es gibt auf der ganzen Welt nur sehr wenige Menschen, für die es wichtig, ist, wie Ihr Heim aussieht"

Dieses Wort lässt sich auch umformulieren: "Es gibt auf der ganzen Welt nur sehr wenige Menschen, deren Urteil für Sie wichtig sein sollte, wie Ihr Heim aussieht" Man muss heutzutage sicher nicht gleich in eine Hütte an einen See ziehen und total auf Selbstversorger umstellen. Dennoch ist der Gedanke reizvoll: Was benötige ich wirklich zum Leben? Henry David Thoreau (Walden, Ein Leben mit der Natur ), einer der geistigen Stammväter der Simple-Living-Bewegung, führte dieses Selbstexperiment Mitte des 19. Jahrhunderts knapp zwei Jahre lang durch und machte dabei erstaunliche Erfahrungen. Seine Erkenntnisse sind auch heute noch von bestechender Aktualität, z.B.

"Wenn er die Dinge hat, die zum Leben nötig sind, so gibt es noch andere Bestrebungen, als sich um das Überflüssige zu bemühen: es steht ihm jetzt frei, sich dem Leben selbst zuzuwenden." (Walden)

"Hütet Euch vor allen Unternehmungen, die neue Kleider und nicht vielmehr einen neuen Träger derselben verlangen. Ist der Mensch nicht neu, wie soll der neue Anzug passen?" (Walden)

Der Aussteiger ist also nicht erst in der modernen Nachkriegsgesellschaft entstanden. Thoreau zeigt in "Walden" vor allem, wie wenig ein Mensch wirklich benötigt, um nicht nur zu über-leben sondern sich Zeit für die wesentlichen Dinge zu erwirtschaften.

Auf moderne Zeiten übertragen bedeutet das möglicherweise die Entdeckung des "kreativen Müßiggängers", wie ihn E. Zelinski in seinen Büchern "Die Kunst, mühelos zu leben" und "Das Leben ist zu wichtig, um es ernst zu nehmen!" genial darstellt.

Der Bereich "Essen + Wohnen" hängt sehr eng mit den Bereichen "Geld oder Leben" und "Familie und Gemeinschaft" zusammen. Immerhin, in kaum einem Bereich lässt so schnell und wirkungsvoll vereinfachen und Geld sparen. Schon ganz simple Dinge, wie "Ein Großeinkauf in der Woche" oder "Entrümpeln und verkaufen" schaffen, wenn Sie regelmäßig und durchdacht praktiziert werden, nicht nur Platz im Haus, sondern auch Luft auf dem Konto.

Worte, die uns sehr bewegt haben:

"Mach Dir keine Sorgen, wenn du kaum etwas zu teilen hast: ganz geringen Glauben, nur wenig Besitz. Teilst du dieses Wenige, schenkt Gott die eine Überfülle des Herzens, die nie versiegt. Wer seinen Besitz teilt, kann nicht umhin, seinen Lebensstil zu vereinfachen und die Wohnung zu öffnen. Es braucht nur ganz wenig, um gastfreundlich zu sein. Zuviel Besitz hemmt die Gemeinschaft eher. Bei Tisch entfaltet sich der Geist des Festes in Einfachheit. Vereinfachen, um intensiv zu leben - drin findest Du Geschmack am Leben"

Aus: Frère Roger "Die Quellen von Taizé", Les Presses de Taizè, 2001

simpleliving"Clutter Control"

lässt sich am besten, ganz schnell und typisch deutsch/unkompliziert übersetzen mit: "Den Krempel im Zaum halten". Es gibt eine ganze Reihe von Leitfäden und Vorschlägen, wie Sie:

 

 

  • Wohnraum wieder bewohnbar machen
  • "Platz" oder besser: "Raum" schaffen
  • Dinge jederzeit wiederfinden können
  • Mehr Zeit für das Wesentliche finden
  • Der Sauberkeit wieder eine Chance geben können

Für Ordnung und Sauberkeit und Sauberkeit gilt das gleiche, wie für das Simple Living insgesamt: sie sollten nie Selbstzweck werden. Tatsächlich ist es doch so:

30% weniger Krempel = 30% weniger Staub = 30% weniger Aufwand = 30% mehr Zeit = 30% mehr Lebensqualität

Folgt man dem Feng Shui (oder dem gesunden Menschenverstand ;-), dann gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Lebensqualität und dem "Weniger an Krempel". Ein kleines Beispiel aus der eigenen Praxis: Jahrelang schien es mir undenkbar, Bücher abzugeben oder wegzuwerfen. Der Gedanke hatte immer etwas Blasphemisches. Im Zuge unseres letzten Umzugs habe ich mich dann doch dazu durchgerungen, alles (ALLES) wegzuwerfen oder im Vorfeld zu verkaufen (eBay!), was ich länger als drei Jahre nicht mehr in den Händen hatte. Das betraf auch aber natürlich nicht nur Bücher. Zu meinem großen Erstaunen habe ich weder Tantes altes Porzellan, das frühe Spielzeug der Kinder oder eben die gehörige Auswahl Bücher bis heute vermisst. Im Gegenteil, empfunden haben wir eher ein Gefühl der Freiheit, denn Altes beherrbergt nicht nur Erinnerungen, es fesselt oft auch an die Vergangenheit. Und mal im Ernst: Warum sollte man ein Lexikon aus den 50er Jahren aufbewahren?

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