Geld oder Leben! - "Your money or your life"
Ist
der Titel eines in der amerikanischen Simple-Living-Bewegung berühmten
Buches.
Handelt es sich hier tatsächlich um ein Entweder-oder? Im allgemeinen
Bewusstsein hat sich die Erkenntnis eingenistet, dass Geld etwas "Magisches"
anhaftet. Gleichsam eine Macht, der man sich beugen muss, will man überleben.
Etwas, das alle Probleme löst und zum Allheilmittel gegen jedwege Art
von Negativem oder Unangenehmen im Leben taugt. Und das trotz der Offensichtlichkeit,
daß das Leben der Reichen und Superreichen auch nicht anders oder
sagen wir, unproblematischer ist, als das eigene. Eines jedoch ist sicher:
um über die wesentlichen Dinge nachdenken zu können, müssen
wir den Kopf frei von finanziellen Problemen haben. Ein nervöser Bankangestellter
kann durchaus erheblich zur Verminderung von Lebensqualität beitragen.
Das Ziel des menschlichen Daseins kann nicht "Geld haben" oder
"Geld verdienen" sein. Ziel des Simple Living ist das Entkoppeln
von Geld und Arbeit.
Basics: Geld bietet einen der effektivsten Bereiche, das Leben zu verkomplizieren - oder zu vereinfachen. Das Simple-Living-Konzept besagt, dass Finanzen keine Belastung darstellen, sondern eine Quelle der Energie sind, die hilft, das Leben zu führen, dass man will.
Eine Möglichkeit ist, sich über die eigenen Bedürfnisse klar zu werden ("Wie viel ist genug?") und so viel Geld anzusparen, dass man von den Zinsen leben kann. So kann man sich die Arbeit aussuchen, die einem wirklich Freude macht (nicht die, die das meiste Geld bringt) und das Leben so gestalten, wie es die eigene Sinngebung vorgibt. Den meisten Menschen geht es wohl eher so, dass sie froh sind, einigermassen von Ihrem Einkommen leben zu können. Oft ist ein Zweit-Job oder in der Familie ein Zweit-Verdiener nötig, sobald die Bedürfnisse über das tägliche Brot hinausgehen, die Schulden überhand genommen haben oder eine Immobilie angeschafft wurde. Ursache dafür ist der Unterschied zwischen Einkommen und gewünschtem Lebensstandard. Moderne Werbung, die Titelseiten der Hochglanzmagazine und oft auch der Bekanntenkreis wirken auf vielfach subtile Weise auf uns ein und suggerieren uns, Lebenserfüllung im Konsum zu finden.
Statt "Simplify, simplify, simplify" (Thoreau): "Konsum, Konsum, Konsum".
Kaum
jemand traut sich die Frage zu stellen, wie sinnerfülltes Leben darüber
hinaus aussehen kann. Jeder, der ein Einkommen hat, stellt fest, das Einkommenserhöhungen,
so hoch willkommen sie auch sind, selten dazu führen, das man wirklich
mehr Geld hat. Das liegt an der einfachen Tatsache, daß mehr Geld
fast automatisch zu höheren Bedürfnissen führt. Oder haben
Sie schon einmal erlebt, dass die Zahlung von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld
sich dauerhaft positiv auf dem Konto bemerkbar machen?
Basics: Das Simple-Living-Konzept setzt voraus, dass man sich auf den Prozess enlässt, systematisch die Sinnfrage zu erarbeiten (z.B. wie im Kapitel "Erste Schritte" vorgeschlagen)
Wieviel
Geld benötigt man zum Leben? Gehen Sie von Ihrer derzeitigen monatlichen
Untergrenze an Lebenshaltung aus. Nehmen Sie diese mal 12, denn so kommen
Sie zu der Summe, die jährlich an Einkommen (nach Steuern) benötigt
wird. Einkommen meint hier alles, was an Geld "hereinkommt", also
nicht nur Gehalt, sondern auch Kindergeld, private Verkäufe ("eBay"),
Zinseinkünfte usw. Alles weitere hängt von der Anlageform ab,
die Sie wählen und dem Sparvolumen, das Sie realisieren können.
Es macht dabei einen extremen Unterschied, ob Sie vier oder zehn Prozent
über Ihre Anlagen erhalten. Eine Simple Living Beispielrechnung (Unter
Außerachtlassung der steuerlichen Seite und sehr stark vereinfacht!):
Monatlicher Geldbedarf: EUR 2.000,00 ->
Gesamtjahresbedarf (Zinserträge): EUR 24.000,00
Bei einem Zinssatz von 10% benötigt man also 240.000,00. Bei vier Prozent schon 600.000,00 !
Dieser Weg, wie er von der "Raffke-Kultur" empfohlen wird, weist den Weg zum Spekulieren (von dem wir unbedingt abraten!). Denn das o.g. Konzept funktioniert nur, wenn die Anlagen auf Dauer sicher sind. Sicherheit soll also vor hohen Erträgen in jedem Fall Vorrang haben. Ein anderer Weg, sich dem Ziel "Finanzielle Freiheit" zu nähern, besteht darin, für sich zu definieren, wie viel wirklich "genug" ist. Wenn der monatliche Geldbedarf bei EUR 1.000,00 liegt,sieht das Beispiel schon ganz anders aus...
Monatlicher Geldbedarf: EUR 1.000,00
Gesamtjahresbedarf (Zinserträge): EUR 12.000,00
Bei einem Zinssatz von 5% benötigt man also "nur" EUR 240.000,00
Finanzielle Freiheit ist keine Hexerei. Man muss sich ernsthaft darum bemühen, Anlageformen zu finden, die mit Sicherheit Rendite ohne schlechtes Gewissen bieten. Geduld und Disziplin zu entwickeln, um Sparpläne durchzuziehen, sind ein weiterer Baustein. Um finanzielle Freiheit erreichbar zu machen, gibt es zwei Ansatzpunkte. Der erste ist, wie eben beschrieben, die Anlageform, der zweite die Frage, ob man wirklich so viel Geld benötigt. Wer das Simple-Living-Potential nutzt, wird feststellen, daß eine Reduktion des Finanzbedarfs ohne Aufgabe von Lebensqualität nicht nur möglich, sondern sogar recht enfach ist.
Sicher immer noch viel Geld und nicht ohne weiteres zu erlangen. Aber nicht unrealistich auch für kleine und mittlere Einkommen! Wenn Ihnen das als zu wenig für eine Lebensgrundlage vorkommt, dann denken Sie an Ihre Schul- oder Ausbildungszeit zurück!
Die zwei Wege, wie man zu Wohlstand kommt:
Es geht auch praktischer:
Was tun bei Schulden?
Der Normalfall in deutschen Haushalten ist ein leicht überzogenes Girokonto und ein(ige) Ratenkredit(e) für Auto, Wohnungseinrichtung usw. Da ein erheblicher Teil des Einkommens genutzt werden muss, um diese Kredite zu "bedienen", bleibt aus Ihrer Sicht möglicherweise nicht viel, um die oben genannten Summen zu ersparen. Die übliche Denke ist: "Erst mal zahle ich die Kredite zurück und dann - fange ich an zu sparen". Leider funktioniert das so nicht. Ganz im Gegenteil, ist der eine Kredit endlich abbezhalt, wird schon der nächste aufgenommen. Weil es so toll mit der Rückzahlung funktioniert hat, ist der nächste Kredit dann auch ein bisserl höher angesiedelt. Schlimmstenfalls glauben wir noch, daß uns bei langfristigen Krediten die Inflation "hilft", da der Geldwert ja mit den Jahren abnimmt. Wer sich Kreditverträge genau ansieht oder einmal einen Kredit vorzeitig abgelöst hat, weiss, wie gut die Bank an ihm verdient. Uns wird eine Freiheit vorgegaukelt, die teuer mit den Jahren abbezahlt werden muß. Auch die derzeitige "Niedrigzinsphase" heisst vor allem, dass die Banken weniger für Ihre Kredite bezahlen. Der Trick, diese Falle zu umgehen, liegt darin, gleichzeitig mit der Verringerung unserer Schulden anzufangen, zu sparen.
Man kann die Sache natürlich auch so sehen: warum soll ich auf der einen Seite zu einem verhältnismäßig kleinen Zinssatz sparen, wenn ich auf der anderen Seite einen erheblich höheren Zins für meine Schulden aufbringen muss? Tatsächlich bezahlt man mehr Kreditzinsen als (normalerweise) durch Sparen und Anlegen eingenommen werden kann. Rein wirtschaftlich gesehen macht es durchaus Sinn, erstmal die Schulden zu beseitigen und dann mit dem Sparen anzufangen. Das Problem ist ein psychologisches. Es ist demotivierend, wenn man unter Umständen Jahre braucht, um seine Schulden auf "Null" zu bringen und dann tatsächlich nicht mehr als eine schwarze Null auf dem Konto hat. Fing man jedoch schon vor langer Zeit an, auch kleine Beträge regelmäßig zu sparen, so hat man schon mal ein Guthaben, das motivieren kann, auf dem Wege weiterzumachen.
Behalten Sie dabei die "4 Geheimnisse" im Auge. Es wird eine Zeit dauern aber wenn Sie nach Monaten oder Jahren feststellen, daß Sie nicht nur Ihre Schulden abgebaut sondern in dieser Zeit sogar ein kleines Vermögen angespart haben. ist Ihnen ein unbeschreibliches Erfolgsgefühl sicher.
Tip: Beziehen Sie Ihre ganze Familie mit in diesen Prozess ein.
Ein Tip eines Simple-Living-Fans hat uns auf dieses einfache aber wichtige Buch gebracht:
Die
Kunst, mit meinem Geld auszukommen
Dieses Buch zeigt ganz praktisch und nachvollziehbar, wie man mit dem eigenen Einkommen auskommt und damit finanzielle Unabhängigkeit und Souveränität im Leben gewinnt.
Kein esoterischer Hokuspokus und keine Börsen-Überfliegerei a la "In sieben Jahren die erste Million". Geldmanagement ist kein Geheimwissen! In einem Praxisteil werden Fragen erfolgreich beantwortet wie:
Weiter geht es mit "Am Arbeitsplatz"
Kurze
Einführung
(K)Eine Mission
Die Wertefrage
Erste
Schritte
Geld oder
Leben
Am Arbeitsplatz
Essen + Wohnen
Familie + Gemeinschaft
10
x anders sein
Downshifting